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Erweiterte Patientenverfügung

Patientenverfügung & Palliativversorgung

Am 12. Februar 2019 veranstalteten die Geschäftsstelle Gesundheitsregionplus und der Hospiz- und Palliativverein Landsberg/Lech e.V. im Landratsamt einen Informationsabend zum Thema „gesundheitliche Versorgungsplanung“.

Professor Dr. Dr. Berend Feddersen (Neurologe und Palliativmediziner, Uniklinik München) referierte über die neue erweiterte Patientenverfügung, die auf dem Konzept „Behandlung im Voraus planen“ (Advance Care Planning) fußt. Eingeladen zum Vortragsabend waren Vertreterinnen und Vertreter jener Berufsgruppen, für die Patientenverfügungen handlungsleitend sind (z.B. Hausärzte, Notärzte, Mitarbeiter des Klinikums und der Rettungsdienste, aber auch Pflegekräfte, die in stationären und ambulanten Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe tätig sind, sowie Betreuungsrichter und Angestellte der Betreuungsstelle).

Es gibt in Deutschland aktuell mehr als 300 verschiedene Vordrucke für Patientenverfügungen. Die darin enthaltenen Fragen sind jedoch meist zu wenig oder gar nicht aussagekräftig. Viele verlangen einmalig eine „Ja-oder-Nein-Entscheidung“ z.B. was Antibiotikagabe, Reanimation, Intensivbehandlung, Beatmung oder eine Dialyse betrifft.

Die neue „gesundheitliche Versorgungsplanung“, die im Hospiz- und Palliativgesetz verankert ist, wird dagegen als mehrzeitiger kommunikativer Prozess verstanden, innerhalb dessen die Wünsche der Bewohner an ihre zukünftige medizinische Behandlung und Versorgung ermittelt, anwendungstauglich dokumentiert und bei Bedarf aktualisiert werden.

Vorweggenommene Entscheidungen über die medizinische Versorgung müssen also viel differenzierter als bislang üblich getroffen werden. Dazu braucht es neben einer erweiterten Patientenverfügung auch entsprechend ausgebildete Gesprächsbegleiter, die gemeinsam mit dem Betreffenden dessen Wünsche zur Planung seiner Versorgung konkret herausarbeiten.

Ziel ist, die zukunftweisende Entwicklung des Konzepts „Advance Care Planning“ / Behandlung im Voraus planen auch im Landkreis Landsberg/Lech umzusetzen und dabei ein funktionierendes Netzwerk zu schaffen. Dazu bedarf es einer „institutionellen Implementierung“ und Koordination. Für diese ist eine enge Zusammenarbeit mit allen regionalen Versorgungs- und Betreuungsanbietern notwendig. Neben den stationären Einrichtungen sollen ganz entscheidend auch die Haus- und Notärzte, der Rettungsdienst und die Kliniken in das Netzwerk integriert werden.

Der nächste Schritt wird nun ein „runder Tisch“ sein, bei dem alle relevanten Akteure zusammen einen gemeinsamen Weg zur Implementierung des Konzepts entwickeln sollen.

Ein weiteres Top-Thema des Abends: Ab Frühjahr 2019 wird es eine "SAPV" (Spezialisierte ambulante Palliativversorgung) im Landkreis geben!