Gesundheitsförderung und Prävention

Allgemeines zu Gesundheitsförderung und Prävention

Prävention zielt auf Krankheitsvermeidung. Primärprävention fokussiert Ursachen und Risikofaktoren einer Krankheit, Sekundärprävention umfasst die Früherkennung und damit die rechtzeitige Behandlung von Erkrankungen. Tertiärprävention soll das Fortschreiten einer Krankheit verhindern, z.B. über die Rehabilitationsbehandlung.

Gesundheitsförderung / Prävention

Verhaltensprävention möchte Menschen durch Informationsvermittlung und diverse Angebote (z.B. zur Bewegung, Ernährung etc.) zu einem gesundheitsförderlichen Verhalten animieren. Die Verhältnisprävention beschäftigt sich mit "Lebenswelten", in denen Menschen viel Zeit verbringen. So sollen z.B. Arbeitsplätze, Schulen, Kitas etc. gesundheitsförderlich gestaltet werden.

Aus der Perspektive der Gesundheitsförderung ist Gesundheit mehr als nur die Abwesenheit von Krankheit. Sie ist kein absoluter (und in diesem Sinne messbarer) Zustand, sondern wird als eine sich stetig verändernde Position auf einem „Gesundheits-Krankheits-Kontinuum“ verstanden:

Gesundheitsförderung und Prävention

Diese Vorstellung wurzelt im Gesundheitskonzept des amerikanisch-israelischen Soziologen Aaron Antonovsky. Er prägte den Begriff der „Salutogenese“ als Gegenbegriff zu dem der „Pathogenese“. Die Pathogenese setzt Gesundheit als den Normalfall voraus. Krankheit wird als Abweichung verstanden, was mit der Frage einhergeht, warum und woran Menschen erkranken. Demgegenüber fragt die Salutogenese, wie es Menschen trotz vieler Alltagsbelastungen (wie z.B. kritische Lebensereignisse, ungünstige weil gesundheitsschädigende Lebensumstände etc.) schaffen, gesund zu bleiben. Die Antwort sind „Widerstandsressourcen“. Von ihnen hängt ab, ob sich ein Mensch mehr in Richtung des Pols Gesundheit oder in Richtung des Pols Krankheit bewegt. Zu diesen Widerstandsressourcen zählen neben einer guten körperlichen Konstitution und einem stabilen Immunsystem auch Selbstvertrauen, Optimismus, soziale Unterstützung oder eine gute materielle Absicherung. Umso mehr Widerstandsressourcen einem Menschen zur Verfügung stehen, desto stabiler ist sein „Kohärenzgefühl“ (tiefes Vertrauen, gut mit den Herausforderungen des Lebens umgehen zu können) und desto weniger können „Stressoren“ ihr gesundheitsschädigendes Potential entfalten.

Gesundheitsförderung und Prävention
Quelle: Dahlgren & Whitehead (1991)

Die wichtigsten Faktoren („Determinanten“), von denen Gesundheit abhängt, sind neben dem individuellen Lebensstil vor allem die soziokulturellen Lebensbedingungen. Sie bestimmen maßgeblich das Gesundheitsverhalten und sind ursächlich für die ungleiche Verteilung von Gesundheitschancen und Krankheitsrisiken sowohl innerhalb einer Gesellschaft als auch zwischen Gesellschaften. Diese Ungleichverteilung ist selbst in wohlhabenden Ländern - also auch in Deutschland - beobachtbar.

 

Kursangebote zur Gesundheitsförderung und Prävention finden Sie u.a. bei der VHS Landsberg und der VHS Kaufering.


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