Über die GR+

Über die GR+

Der Landkreis Landsberg am Lech wird seit September 2016 durch das Programm Gesundheitsregionenplus  vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördert. Die Gesundheitsregionenplus widmen sich vorrangig den Handlungsfeldern Gesundheitsförderung und Prävention sowie der Gesundheitsversorgung. Zu letzterer zählt u.a. auch die Schaffung attraktiver sozialer Rahmenbedingungen durch die Kommunen, um die Ansiedlung von neuen Ärztinnen und Ärzten zu begünstigen.

Da die Strukturen der Krankenversorgung, der Prävention und Gesundheitsförderung regional unterschiedlich sind, ist eine Optimierung vor Ort unter Kenntnis regionaler bzw. kommunaler Besonderheiten entscheidend. Es gilt, Voraussetzungen zu schaffen, die den Menschen von der Geburt bis ins hohe Alter ein gesundes Leben ermöglichen (Präventionsketten). Dazu ist eine ressortübergreifende Zusammenarbeit in Form von Netzwerken notwendig. Deshalb sollen an den Gesundheitsregionenplus alle Vertreterinnen und Vertreter mitwirken, die bei der örtlichen gesundheitlichen Versorgung, der Prävention und Gesundheitsförderung eine wesentliche Aufgabe wahrnehmen. Dazu zählen insbesondere auch die Kommunen.

 

Eine Gesundheitsregionplus setzt sich aus drei Gremien/Institutionen zusammen:

Gesundheitsforum

Die Struktur der Gesundheitsregionenplus stützt sich auf das Gesundheitsforum als zentrales Management- und Steuerungsinstrument. Es stellt ein fachlich kompetentes Gremium dar, das aus relevanten regionalen Akteuren des Gesundheitswesens besteht und wesentliche politikrelevante Themen der Gesundheitsförderung und Gesundheitsversorgung behandelt. Die Konferenzen des Gesundheitsforums finden mindestens einmal jährlich statt.

Arbeitsgruppen

Für die Bearbeitung von Projekten, die das Gesundheitsforum verabschiedet, werden Arbeitsgruppen eingesetzt, denen die für den jeweiligen Themenbereich zuständigen Akteure und Experten angehören. Bei allen Gesundheitsregionenplus werden zumindest je eine Arbeitsgruppe für Gesundheitsförderung und Prävention sowie für Fragen der regionalen Gesundheitsversorgung eingerichtet.

Geschäftsstelle

Die Geschäftsstelle ist Anlaufpunkt für alle Mitglieder und dient der Koordinierung zwischen dem Gesundheitsforum und ihren Arbeitsgruppen. Dies beinhaltet die Zusammenführung von Informationen und deren Weitergabe, die Öffentlichkeitsarbeit und die Begleitung der von der Gesundheitsregionplus initiierten Projekte.

Beraten und unterstützt wird die Gesundheitsregionplus durch die fachliche Leitstelle im Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Dort ist auch das Kommunalbüro für ärztliche Versorgungangesiedelt.

Allgemeines zu Gesundheitsförderung und Prävention

Gesundheitsförderung / Prävention

Prävention zielt auf Krankheitsvermeidung. Primärprävention fokussiert Ursachen und Risikofaktoren einer Krankheit, Sekundärprävention umfasst die Früherkennung und damit die rechtzeitige Behandlung von Erkrankungen. Tertiärprävention soll das Fortschreiten einer Krankheit verhindern, z.B. über die Rehabilitationsbehandlung.

Verhaltensprävention möchte Menschen durch Informationsvermittlung und diverse Angebote (z.B. zur Bewegung, Ernährung etc.) zu einem gesundheitsförderlichen Verhalten animieren. Die Verhältnisprävention beschäftigt sich mit "Lebenswelten", in denen Menschen viel Zeit verbringen. So sollen z.B. Arbeitsplätze, Schulen, Kitas etc. gesundheitsförderlich gestaltet werden.

Aus der Perspektive der Gesundheitsförderung ist Gesundheit mehr als nur die Abwesenheit von Krankheit. Sie ist kein absoluter (und in diesem Sinne messbarer) Zustand, sondern wird als eine sich stetig verändernde Position auf einem „Gesundheits-Krankheits-Kontinuum“ verstanden:

Diese Vorstellung wurzelt im Gesundheitskonzept des amerikanisch-israelischen Soziologen Aaron Antonovsky. Er prägte den Begriff der „Salutogenese“ als Gegenbegriff zu dem der „Pathogenese“. Die Pathogenese setzt Gesundheit als den Normalfall voraus. Krankheit wird als Abweichung verstanden, was mit der Frage einhergeht, warum und woran Menschen erkranken. Demgegenüber fragt die Salutogenese, wie es Menschen trotz vieler Alltagsbelastungen (wie z.B. kritische Lebensereignisse, ungünstige weil gesundheitsschädigende Lebensumstände etc.) schaffen, gesund zu bleiben. Die Antwort sind „Widerstandsressourcen“. Von ihnen hängt ab, ob sich ein Mensch mehr in Richtung des Pols Gesundheit oder in Richtung des Pols Krankheit bewegt. Zu diesen Widerstandsressourcen zählen neben einer guten körperlichen Konstitution und einem stabilen Immunsystem auch Selbstvertrauen, Optimismus, soziale Unterstützung oder eine gute materielle Absicherung. Umso mehr Widerstandsressourcen einem Menschen zur Verfügung stehen, desto stabiler ist sein „Kohärenzgefühl“ (tiefes Vertrauen, gut mit den Herausforderungen des Lebens umgehen zu können) und desto weniger können „Stressoren“ ihr gesundheitsschädigendes Potential entfalten.

Die wichtigsten Faktoren („Determinanten“), von denen Gesundheit abhängt, sind neben dem individuellen Lebensstil vor allem die soziokulturellen Lebensbedingungen. Sie bestimmen maßgeblich das Gesundheitsverhalten und sind ursächlich für die ungleiche Verteilung von Gesundheitschancen und Krankheitsrisiken sowohl innerhalb einer Gesellschaft als auch zwischen Gesellschaften. Diese Ungleichverteilung ist selbst in wohlhabenden Ländern - also auch in Deutschland - beobachtbar.

(www.praevention.com | www.bzga.de/leitbegriffe)

Kursangebote zur Gesundheitsförderung und Prävention finden Sie u.a. bei der VHS Landsberg und der VHS Kaufering.